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Bucket List - Zurück ins Leben

Autor: Mia B. Meyers

Sprecher:
Günter Merlau, Lisa Stark
Verlag:
Selfpublisher
Format:
Audio
Spieldauer:
6 Std. und 19 Min
Erschienen:
2018
5 min Lesezeit 20 Aufrufe
Bei dieser Ausgabe handelt es sich um ein selbst gekauftes Buch.
Klappentext anzeigen
Als Amys große Liebe Noah an einer seltenen Krankheit stirbt, bricht für sie eine Welt zusammen. Der Einzige, den es noch schwerer zu treffen scheint, ist Noahs bester Freund Kyle. Beide glauben sie, an dem Verlust zu zerbrechen, bis Noahs Mutter ihnen einen Brief überreicht. In diesem bittet Noah sie darum, seine Bucket List - mit all den Dingen, die er gerne noch erlebt hätte - abzuarbeiten.

Verbunden durch ihre Trauer und diese Aufgaben entwickelt sich zwischen Amy und Kyle eine tiefe Verbundenheit und sie finden gemeinsam den Weg ins Leben zurück. Bis Kyle einen folgenschweren Entschluss trifft, der nicht nur sein, sondern auch Amys Leben für immer verändern könnte.

Allein die Ausgangssituation von Bucket List – Zurück ins Leben von Mia B. Meyers hat mich schon ziemlich erwischt. Amy verliert mit Noah ihre große Liebe an eine seltene Krankheit. Zurück bleiben nicht nur ihre Trauer und dieses riesige Loch in ihrem Leben, sondern auch Kyle, Noahs bester Freund, den der Verlust genauso hart trifft. Dann bekommen die beiden von Noahs Mutter einen Brief, in dem er sie bittet, seine Bucket List für ihn abzuarbeiten.

Ich mag Geschichten, die emotional werden dürfen, ohne dabei nur darauf aus zu sein, einem möglichst viele Tränen herauszupressen. Genau das hat für mich hier sehr gut funktioniert. Natürlich ist die Grundgeschichte traurig, aber gleichzeitig steckt darin auch ganz viel Leben. Und genau diese Mischung hat mich am Ende so begeistert.

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Inhalt & Stimmung

Amy und Kyle verbindet zunächst vor allem eines: ihre Trauer um Noah. Beide haben einen Menschen verloren, der einen riesigen Platz in ihrem Leben eingenommen hat, und beide wissen eigentlich nicht so richtig, wie es ohne ihn weitergehen soll. Noah selbst sorgt schließlich dafür, dass sie überhaupt anfangen, sich wieder zu bewegen. Seine Bucket List enthält all die Dinge, die er noch erleben wollte und Amy & Kyle sollen sie nun für ihn erledigen.

Ich fand diese Idee unglaublich schön. Nicht, weil dadurch plötzlich alles gut wäre – das ist es natürlich nicht. Noah fehlt trotzdem. Aber die Liste zwingt Amy und Kyle dazu, wieder etwas zu erleben, sich aus ihrer Trauer herauszubewegen und sich mit dem Leben zu beschäftigen, obwohl sie eigentlich beide am liebsten darin stehen bleiben würden.

Gerade diese Entwicklung hat für mich sehr viel von der Geschichte ausgemacht. Die Bucket List ist nicht einfach nur eine nette Idee, um die Handlung voranzubringen. Für mich fühlt sie sich vielmehr wie Noahs letzter Versuch an, zwei Menschen, die ihm wichtig waren, wieder zurück ins Leben zu schubsen.

Dabei entsteht zwischen Amy und Kyle nach und nach eine immer tiefere Verbindung. Das fand ich emotional sehr schön umgesetzt, weil ihre Nähe nicht aus dem Nichts entsteht. Sie teilen einen Verlust, kennen beide den Menschen, um den sie trauern und verstehen dadurch Seiten voneinander, die Außenstehende vermutlich nur schwer nachvollziehen könnten.

Trotz aller Trauer empfand ich die Geschichte deshalb auch nicht ausschließlich als bedrückend. Natürlich gibt es schmerzhafte Momente, aber daneben eben auch Hoffnung, Nähe und dieses langsame Zurückfinden ins Leben. Genau diese Mischung hat für mich wunderbar funktioniert.

Charaktere & Stil

Amy und Kyle haben für mich vor allem deshalb so gut funktioniert, weil sich ihre Trauer unterschiedlich anfühlt und trotzdem etwas Gemeinsames hat. Beide haben Noah geliebt, nur eben auf unterschiedliche Weise. Dadurch steht auch nie nur eine einzelne Person mit ihrem Verlust im Mittelpunkt.

Gerade Amy konnte ich emotional sehr gut greifen. Wenn der Mensch stirbt, mit dem man eigentlich seine Zukunft gesehen hat, verschwindet schließlich nicht nur dieser Mensch. Es bricht gleichzeitig auch ein ganzes Bild davon weg, wie das eigene Leben eigentlich aussehen sollte. Dieses Gefühl bringt die Geschichte für mich sehr gut rüber.

Bei Kyle kommt noch einmal eine andere Form von Verlust dazu. Noah war sein bester Freund und auch er muss plötzlich lernen, mit diesem fehlenden Teil seines Lebens umzugehen. Dass ausgerechnet diese beiden Menschen gemeinsam Noahs Bucket List abarbeiten, fand ich deshalb sehr passend.

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Besonders wichtig war mir aber, dass sich die Gefühle zwischen Amy und Kyle nicht falsch anfühlen. Bei einer solchen Ausgangslage könnte eine Liebesgeschichte schnell den Eindruck erwecken, als würde jemand ersetzt werden. So habe ich es hier überhaupt nicht empfunden. Noah verschwindet nicht plötzlich aus der Geschichte, nur weil Amy und Kyle einander näherkommen. Ihre Verbindung entsteht vielmehr gerade durch das, was sie gemeinsam erlebt haben und durch das, was sie beide verloren haben.

Die Geschichte war für mich sehr emotional, aber gleichzeitig auch authentisch. Das ist wahrscheinlich das, was mir daran am meisten gefallen hat. Die Gefühle wirkten auf mich nicht künstlich aufgeblasen, nur damit die Handlung möglichst dramatisch wird. Die Trauer darf da sein. Gleichzeitig dürfen Amy und Kyle aber auch wieder lachen, etwas erleben und Gefühle zulassen, ohne dass dadurch ihre Liebe zu Noah weniger wichtig wird.

Auch die Stimmen haben für mich richtig gut zur Geschichte gepasst. Gerade bei einem emotionalen Hörbuch macht das für mich unglaublich viel aus. Wenn ich den Figuren ihre Gefühle über die Stimmen nicht abnehme, funktioniert eine solche Geschichte einfach nicht. Hier war das für mich überhaupt kein Problem. Im Gegenteil: Die Sprecher haben sehr dazu beigetragen, dass Amy und Kyle für mich lebendig wurden und die emotionalen Momente auch wirklich angekommen sind.

Fazit

Bucket List – Zurück ins Leben ist für mich eine wunderschöne, sehr emotionale Geschichte über Trauer, Verlust und darüber, dass Weiterleben nicht bedeutet, einen geliebten Menschen zu vergessen.

Ich habe die Geschichte wirklich geliebt. Besonders die Idee mit Noahs Bucket List und die Entwicklung zwischen Amy und Kyle haben mich sehr berührt. Dabei schafft das Hörbuch für mich etwas, das bei solchen Geschichten gar nicht so einfach ist: Es ist traurig, ohne nur traurig zu sein. Neben dem Verlust gibt es Hoffnung und langsam wieder Lebensfreude.

Auch die Stimmen haben für mich sehr gut zu den Figuren und zur Stimmung gepasst und das Ganze noch einmal emotionaler gemacht.

Für alle, die gefühlvolle Geschichten über Verlust, Liebe und einen Neuanfang mögen, ist dieses Hörbuch definitiv einen Blick wert.

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