Bei Die Bullet-Journal-Methode von Ryder Carroll war ich wahrscheinlich schon vor dem Hören ein bisschen die falsche Zielgruppe. Ich beschäftige mich schon lange und ziemlich intensiv mit dem Thema Bullet Journal, kenne die Methode, die Grundprinzipien und vieles von dem, was dahintersteckt. Trotzdem dachte ich mir offenbar irgendwann, dass ich mir das Hörbuch unbedingt anhören müsste.
Warum genau, weiß ich ehrlich gesagt selbst nicht mehr. 😅
Ryder Carroll erklärt hier nicht einfach nur, wie man ein paar Listen in ein Notizbuch schreibt. Es geht viel mehr darum, Gedanken zu ordnen, bewusster mit der eigenen Zeit umzugehen, Prioritäten zu setzen und herauszufinden, was einem wirklich wichtig ist. Das ist grundsätzlich interessant und für jemanden, der neu in das Thema einsteigt, definitiv hilfreich. Für mich persönlich war allerdings fast nichts Neues dabei.
Inhalt & Stimmung
Ryder Carroll ist der Entwickler der Bullet-Journal-Methode und erklärt in diesem Hörbuch, wie sein System eigentlich gedacht ist. Dabei geht es nicht darum, möglichst hübsche Seiten zu gestalten oder das perfekte Notizbuch für Instagram zu führen. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Organisation des eigenen Lebens.
Man soll Aufgaben, Termine, Gedanken und Ziele so festhalten, dass der Kopf wieder etwas freier wird. Gleichzeitig geht es darum, regelmäßig zu überprüfen, welche Dinge überhaupt noch wichtig sind und was man vielleicht nur mit sich herumschleppt, obwohl es längst keine Bedeutung mehr hat.
Grundsätzlich finde ich diese Idee wirklich gut. Genau deshalb beschäftige ich mich schließlich schon so lange mit Bullet Journaling. Das System kann unglaublich hilfreich sein, wenn man erst einmal verstanden hat, dass ein Bullet Journal nicht schön aussehen muss, sondern in erster Linie funktionieren soll.
Das Hörbuch erklärt diese Grundlagen ausführlich und verbindet sie immer wieder mit Gedanken zu Achtsamkeit, Routinen, Zielen und persönlicher Weiterentwicklung.
Und genau hier lag für mich leider das Problem.
Ich kannte das alles schon.
Nicht nur so ungefähr, sondern wirklich in großen Teilen. Dadurch saß ich beim Hören ziemlich oft da und dachte einfach nur: Ja. Weiß ich. Kenne ich. Mache ich schon.
Das führte natürlich dazu, dass sich das Hörbuch für mich irgendwann ziemlich gezogen hat. Nicht unbedingt, weil es schlecht erzählt oder schlecht aufgebaut wäre, sondern weil mir persönlich einfach der Mehrwert gefehlt hat.
Inhalt, Stil und Hörerlebnis
Was ich dem Hörbuch definitiv zugutehalten muss: Ryder Carroll erklärt seine Methode nachvollziehbar. Wer bisher vielleicht nur diese extrem aufwendig gestalteten Bullet Journals aus sozialen Medien kennt und deshalb glaubt, man müsse dafür zeichnen können oder stundenlang Seiten dekorieren, bekommt hier ein deutlich realistischeres Bild davon, was die Methode eigentlich sein soll.
Es geht um Struktur.
Darum, Dinge aus dem Kopf aufs Papier zu bekommen. Entscheidungen bewusster zu treffen. Aufgaben nicht einfach endlos mitzuschleppen. Ziele zu hinterfragen und Routinen zu entwickeln, die zum eigenen Leben passen.
Für jemanden, der gerade erst anfängt, finde ich das durchaus interessant. Man bekommt nicht nur erklärt, was man machen kann, sondern auch, warum Ryder Carroll bestimmte Elemente überhaupt entwickelt hat.
Ich kann mir deshalb sehr gut vorstellen, dass jemand nach diesem Hörbuch wirklich motiviert ist, sich ein Notizbuch zu schnappen und einfach anzufangen.
Bei mir war dieser Effekt allerdings komplett weg.
Ich habe mich schon so intensiv mit Bullet Journaling auseinandergesetzt, dass mich kaum noch etwas überraschen konnte. Dadurch wurden selbst eigentlich interessante Erklärungen irgendwann eher langweilig. Teilweise habe ich mich wirklich gefragt, was mich eigentlich geritten hat, dieses Hörbuch anzufangen.
Noch mehr frage ich mich, warum ich es dann auch noch komplett durchgezogen habe. 😂
Aber gut. Angefangen ist angefangen.
Julian Mehne liest das Hörbuch angenehm und ruhig, was für einen Ratgeber dieser Art für mich auch gut passt. An der Stimme lag meine Langeweile definitiv nicht. Das Problem war einfach der Inhalt in Kombination mit meinem Vorwissen.
Und deshalb finde ich es auch schwierig, das Hörbuch wirklich schlecht zu bewerten. Es kann ja nichts dafür, dass ich die meisten Informationen bereits kannte.
Fazit
Die Bullet-Journal-Methode ist für mich ein gutes Beispiel dafür, dass ein Hörbuch durchaus sinnvoll sein kann und trotzdem nicht unbedingt zur eigenen Situation passen muss.
Für absolute Einsteiger ins Bullet Journaling kann ich mir gut vorstellen, dass hier sehr viel Interessantes drinsteckt. Man lernt die ursprüngliche Methode kennen, versteht die Idee dahinter und bekommt viele Ansätze dazu, wie man Aufgaben, Ziele und Gedanken besser strukturieren kann.
Wenn man sich allerdings schon länger und intensiv mit Bullet Journaling beschäftigt, wird man vermutlich vieles bereits kennen.
So ging es zumindest mir.
Ich fand das Hörbuch ehrlich gesagt ziemlich langweilig, weil für mich kaum etwas Neues dabei war. Gleichzeitig wäre es aber unfair, deshalb zu behaupten, dass es ein schlechtes Hörbuch ist. Das ist es nicht. Ich war einfach nicht die richtige Zielgruppe dafür.
Für Einsteiger kann es definitiv einen Mehrwert haben.
Für mich persönlich war es eher eine sehr ausführliche Wiederholung von Dingen, die ich sowieso schon wusste.
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