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Cover

Erebos 2

Autor: Ursula Poznanski

Verlag:
Loewe Verlag
Reihe:
Band 2/3
Format:
Hardcover
Seiten:
512
ISBN:
978-3-7432-0049-4
Erschienen:
2019
5 min Lesezeit 12 Aufrufe
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Bei dieser Ausgabe handelt es sich um ein Geschenk.
Klappentext anzeigen
EREBOS IST ZURÜCK …UND HAT DAZUGELERNT
Als Nick auf seinem Smartphone ein vertrautes Icon in Gestalt eines roten E entdeckt, glaubt er zuerst an einen Zufall. Aber dann wird ihm klar: Erebos hat ihn wiedergefunden …
Der sechzehnjährige Derek hingegen ist nur kurz misstrauisch, als das rote E auf seinem Handy aufleuchtet. Zu spät begreift er, dass er selbst zu einer Spielfigur geworden ist. Und es um viel mehr geht, als er sich je hätte vorstellen können 

Bei Erebos 2 war meine Neugier auf jeden Fall sofort da, weil ich den ersten Band damals wirklich mochte. Dieses Gefühl, dass ein Spiel plötzlich mehr ist als nur Unterhaltung, dass es in die Realität eingreift und einen nicht mehr loslässt, hat für mich schon in Erebos unglaublich gut funktioniert. Der zweite Band setzt genau da an und bringt das rote E zurück auf den Bildschirm – diesmal allerdings nicht mehr nur in einer Computerwelt, sondern direkt auf dem Smartphone. Genau das macht die Ausgangslage direkt modern und nahbar. Nick entdeckt das bekannte Symbol wieder, während parallel auch der sechzehnjährige Derek in das Spiel hineingezogen wird. Erebos ist also zurück und es ist gefährlicher geworden.

Trotzdem hatte ich am Anfang ehrlich gesagt erst einmal Probleme, wieder richtig in die Geschichte hineinzufinden. Zwischen dem ersten und dem zweiten Band liegt schließlich eine ganze Weile, und das habe ich beim Lesen auch gemerkt. Ich musste mich erst wieder sortieren und in diese Welt zurückkommen. Aber genau deshalb war ich auch umso gespannter, ob mich das Buch am Ende wieder so packen kann wie sein Vorgänger.

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Inhalt & Stimmung

In Erebos 2 begegnen wir Nick erneut, der das Spiel längst hinter sich glaubte. Als das rote E plötzlich auf seinem Smartphone auftaucht, wird schnell klar, dass Erebos nicht nur zurück ist, sondern dazugelernt hat. Gleichzeitig lernen wir Derek kennen, einen Jugendlichen, der noch keine Ahnung hat, worauf er sich da einlässt. Das sorgt dafür, dass die Geschichte zwei Blickwinkel bekommt: auf der einen Seite jemand, der die Gefahr bereits kennt, und auf der anderen Seite jemand, der Schritt für Schritt immer tiefer hineingezogen wird. Genau diese Konstellation fand ich grundsätzlich sehr spannend.

Die Atmosphäre ist dabei wieder ziemlich dicht und stellenweise richtig beklemmend. Gerade weil Erebos diesmal über das Smartphone läuft, wirkt das Geschehen noch näher an der eigenen Lebensrealität. Das Spiel ist nicht mehr etwas, das man nur an einem bestimmten Ort startet, sondern etwas, das einen theoretisch überall erreichen kann. Diese ständige Präsenz hat für mich gut funktioniert und sorgt dafür, dass die Geschichte schnell ein unangenehmes, unterschwellig bedrohliches Gefühl entwickelt. Erebos beobachtet, manipuliert und greift ein – genau das macht auch diesmal wieder den Reiz aus.

Was mir gefallen hat: Sobald ich einmal richtig drin war, hat mich das Buch auch gepackt. Die Spannung ist definitiv da und man merkt schnell, dass hinter allem wieder deutlich mehr steckt, als es anfangs scheint. Trotzdem muss ich auch sagen, dass mich dieser zweite Band nicht ganz so mitgerissen hat wie Teil 1. Vielleicht lag das daran, dass der Überraschungseffekt beim ersten Mal einfach größer war. Vielleicht auch daran, dass ich mich erst wieder in alles hineinfinden musste. Spannend war es auf jeden Fall, aber dieses ganz besondere Gefühl, das ich beim ersten Band hatte, wurde für mich hier nicht komplett erreicht.

Charaktere & Stil

Was ich an Ursula Poznanskis Büchern generell mag, ist, dass sie es schafft, Spannung sehr klar und zugänglich aufzubauen. Auch hier liest sich das Buch flüssig, ohne unnötig kompliziert zu werden, und gerade durch den Wechsel zwischen den Figuren entsteht ein gutes Tempo. Nick bringt natürlich eine ganz andere Perspektive mit, weil er weiß, wozu Erebos fähig ist. Derek dagegen steht noch am Anfang und erlebt den Sog des Spiels auf eine andere Weise. Diese Gegenüberstellung mochte ich, weil sie der Geschichte Dynamik gibt.

Der Stil ist insgesamt spannend und sehr lesbar, ohne sich in technischen Spielereien zu verlieren. Gerade das fand ich angenehm, weil die Geschichte dadurch nicht kühl wirkt, sondern trotz des digitalen Themas nahbar bleibt. Man versteht schnell, warum die Figuren handeln, wie sie handeln und warum Erebos auch diesmal wieder so gefährlich ist. Gleichzeitig hatte ich aber das Gefühl, dass mir der zweite Band emotional nicht ganz so stark im Gedächtnis bleiben wird wie der erste.

Vielleicht liegt das auch daran, dass der erste Band einfach diesen besonderen Reiz des Neuen hatte. Dort war vieles noch unbekannt, unberechenbar und dadurch für mich noch fesselnder. In Erebos 2 ist das Grundprinzip natürlich schon vertraut, auch wenn die Autorin es sinnvoll weiterentwickelt. Das Spiel ist intelligenter geworden, die Bedrohung zeitgemäßer, die Möglichkeiten größer – das ist absolut gelungen. Aber trotzdem hat mir ein kleines bisschen genau dieses Staunen gefehlt, das ich beim ersten Teil noch stärker hatte.

Was das Buch für mich aber klar rettet, ist die durchgehend vorhandene Spannung. Auch wenn ich anfangs etwas gebraucht habe, war ich irgendwann wieder voll dabei und wollte natürlich wissen, worauf das alles hinausläuft. Das spricht definitiv für das Buch. Es hat mich also nicht enttäuscht – nur eben nicht ganz so begeistert wie sein Vorgänger.

Fazit

Erebos 2 ist für mich eine gelungene Fortsetzung, die spannende Ideen mitbringt und das bekannte Konzept sinnvoll in die Gegenwart holt. Gerade die Verlagerung aufs Smartphone und die allgegenwärtige digitale Kontrolle machen die Geschichte sehr greifbar und unangenehm realistisch. Das hat mir wirklich gut gefallen.

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Trotzdem hatte ich anfangs Probleme, wieder richtig in die Geschichte hineinzukommen, und auch insgesamt kommt dieser Band für mich nicht an den ersten Teil heran. Die Spannung ist da, die Atmosphäre funktioniert und ich hatte am Ende auch definitiv ein gutes Leseerlebnis – aber dieses besondere Gefühl, das Erebos bei mir ausgelöst hat, wurde hier nicht ganz erreicht.

Empfehlen würde ich das Buch auf jeden Fall allen, die den ersten Band gelesen haben und wieder Lust auf diese düstere, digitale Bedrohung haben. Man sollte nur nicht erwarten, dass die Fortsetzung automatisch denselben Effekt hat wie Teil 1. Für mich war es ein starkes, spannendes Buch, aber eben nicht ganz auf dem Niveau des Vorgängers.

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