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Cover

Die Tochter der Bettlerin

Autor: Nora Berger

Verlag:
Tinte & Feder
Format:
E-Book
Seiten:
488
Erschienen:
2019
4 min Lesezeit 10 Aufrufe
Bei dieser Ausgabe handelt es sich um ein kostenloses Exemplar.
Klappentext anzeigen
Berlin, 1747. Als ihre Mutter sie zur Prostitution zwingen will, flieht die junge Anna – und landet als Magd im Hause derer zu Trenck. Der Stolz der Familie ist der älteste Sohn Friedrich, Leibgardist von Friedrich dem Großen. Auch Anna verfällt seinem wagemutigen Charme ? hoffnungslos: Er ist heimlich mit Prinzessin Amalie liiert. Einzig als Überbringerin seiner Liebesbriefe nutzt er die schöne Tochter der Bettlerin.

Als der König von der Liebschaft zwischen Friedrich und seiner Schwester erfährt, lässt er Trenck einkerkern. Anna verliert ihre Anstellung und fasst einen folgenschweren Entschluss: Als Mann verkleidet dient sie in der preußischen Armee und begibt sich schließlich in noch größere Gefahr: Auch wenn Trenck ihre Liebe womöglich nie erwidern wird, will sie ihm helfen …

Mit historischen Romanen ist das bei mir immer so eine Sache. Eigentlich ist das gar nicht mein bevorzugtes Genre, weil ich oft ein wenig brauche, um in solche Geschichten hineinzufinden. Gerade wenn viel mit geschichtlichem Hintergrund, gesellschaftlichen Regeln und einem ganz anderen Lebensgefühl gearbeitet wird, bin ich anfangs eher vorsichtig. Trotzdem gibt es immer wieder Bücher, bei denen mich der Klappentext neugierig macht, obwohl sie eigentlich nicht so richtig in mein übliches Beuteschema passen.

So war es auch bei Die Tochter der Bettlerin. Die Geschichte rund um Anna, ihre Flucht und das Leben in einer Zeit, die für Frauen alles andere als leicht war, klang durchaus interessant. Und obwohl historische Romane normalerweise nicht unbedingt das sind, wonach ich zuerst greife, hat mir dieses Buch am Ende tatsächlich ganz gut gefallen.

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Inhalt & Stimmung

Im Mittelpunkt steht Anna, die in Berlin des 18. Jahrhunderts vor ihrer Mutter flieht, weil diese sie zur Prostitution zwingen will. Auf ihrem Weg landet sie als Magd im Hause derer zu Trenck und gerät dort in ein Leben, das mit ihrer bisherigen Realität kaum noch etwas zu tun hat. Besonders Friedrich, der älteste Sohn der Familie, spielt dabei eine wichtige Rolle. Anna verfällt seinem Charme, obwohl schnell klar ist, dass diese Gefühle unter keinem guten Stern stehen. Die Situation spitzt sich weiter zu, als politische und persönliche Verstrickungen eskalieren und Anna schließlich einen Schritt wagt, der sie in noch größere Gefahr bringt.

Was mir an der Geschichte gefallen hat, war, dass sie durchaus Spannung aufgebaut hat und sich angenehm lesen ließ. Gerade Anna als Figur bringt genug mit, damit man wissen möchte, wie es mit ihr weitergeht. Sie ist nicht einfach nur eine Mitläuferin in dieser Geschichte, sondern jemand, der handeln muss, Entscheidungen trifft und sich in einer harten Welt behaupten will. Das hat dem Roman für mich auf jeden Fall etwas gegeben.

Auch die Atmosphäre des Buches hat grundsätzlich funktioniert. Man merkt, dass hier eine andere Zeit geschildert wird, mit ihren Zwängen, Hierarchien und Möglichkeiten. Gleichzeitig hatte ich aber nie das Gefühl, dass mich die historische Kulisse komplett erschlägt. Das war für mich eher positiv, weil ich bei historischen Romanen manchmal genau damit meine Schwierigkeiten habe. Hier blieb alles für mich gut greifbar und lesbar.

Trotzdem war es nicht so, dass mich das Buch völlig umgehauen hätte. Es war eher so, dass ich beim Lesen immer wieder dachte, dass es schon gut ist, aber mich eben nicht auf ganzer Linie begeistert. Ich hatte ein solides Leseerlebnis, aber nicht dieses Gefühl, dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen will.

Charaktere & Stil

Anna mochte ich als Hauptfigur durchaus gern, weil sie der Geschichte Halt gibt. Gerade ihre Ausgangssituation ist hart und man merkt schnell, dass sie keine Figur ist, der etwas geschenkt wird. Dadurch hatte ich auf jeden Fall einen Zugang zu ihr. Auch die Entwicklungen, in die sie hineingerät, sorgen dafür, dass die Geschichte nicht einfach nur vor sich hinläuft, sondern immer wieder neue Richtungen einschlägt.

Was mich insgesamt aber ein wenig auf Distanz gehalten hat, war vermutlich vor allem das Genre selbst. Ich merke einfach immer wieder, dass historische Romane mich meistens nicht so tief packen wie andere Geschichten. Das heißt nicht, dass ich sie grundsätzlich schlecht finde, aber sie müssen bei mir oft mehr leisten, damit ich wirklich komplett drin bin. Die Tochter der Bettlerin hat das in Teilen geschafft, aber eben nicht durchgehend.

Der Schreibstil ließ sich für mich gut lesen, was bei so einem Buch für mich schon viel ausmacht. Ich hatte nicht das Gefühl, mich durch die Seiten kämpfen zu müssen und die Geschichte war verständlich aufgebaut. Gleichzeitig fehlte mir aber an manchen Stellen das gewisse Etwas, das dafür sorgt, dass mich eine Geschichte emotional noch stärker erwischt. Es war interessant, es war stellenweise auch mitreißend, aber eben nicht so, dass ich völlig darin versunken wäre.

Genau deshalb passt die Bewertung für mich auch gut. Ich kann absolut sagen, dass mir das Buch besser gefallen hat, als ich es bei einem historischen Roman vielleicht zunächst erwartet hätte. Aber ich kann eben genauso sagen, dass es für mich nicht zu den Geschichten gehört, die mich restlos überzeugen konnten.

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Fazit

Die Tochter der Bettlerin ist für mich ein historischer Roman, der mich trotz meiner eher geringen Begeisterung für dieses Genre durchaus gut unterhalten konnte. Die Geschichte rund um Anna war interessant, ließ sich angenehm lesen und hatte einige Momente, die mich wirklich bei der Stange gehalten haben. Gerade deshalb war ich am Ende positiv überrascht, weil historische Romane eigentlich nicht unbedingt mein Fall sind.

Ganz gereicht hat es für mich aber nicht, um völlig begeistert zu sein. Dafür hat mir stellenweise einfach die stärkere emotionale Bindung gefehlt, die ich bei anderen Büchern eher habe. Trotzdem kann ich sagen, dass mir das Buch echt ganz gut gefallen hat und ich es insgesamt gern gelesen habe.

Empfehlen würde ich es vor allem Leserinnen und Lesern, die historische Romane mögen oder offen dafür sind. Wer mit dem Genre ohnehin etwas anfangen kann, wird hier wahrscheinlich noch mehr herausziehen als ich. Für mich war es ein solides, gutes Buch, auch wenn es mich nicht komplett mitgerissen hat.

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