Schon der Klappentext von Neun hat mich sofort neugierig gemacht. Die Vorstellung, nicht nur ein Leben zu haben, sondern gleich neun, klingt im ersten Moment fast wie ein Traum. Mit jeder Wiedergeburt schöner, klüger und besser zu werden – wer würde dazu schon Nein sagen? Gleichzeitig wirkte die Geschichte aber auch geheimnisvoll, weil schon früh angedeutet wird, dass hinter diesem scheinbar perfekten System etwas nicht stimmen kann.
Genau diese Mischung aus einer außergewöhnlichen Idee und einer spannenden Handlung hat mich dazu gebracht, das Buch lesen zu wollen. Und rückblickend kann ich sagen, dass sich diese Entscheidung definitiv gelohnt hat. Mit so einer Geschichte hatte ich vorher noch keinerlei Berührungspunkte und genau deshalb konnte sie mich von Anfang an überraschen.
Inhalt & Stimmung
Julian lebt in einer Welt, in der jeder Mensch insgesamt neun Leben hat. Stirbt man, beginnt das nächste Leben und jedes Mal soll man ein Stück besser werden als zuvor. Für viele Menschen ist dieser Übergang etwas, worauf sie sich sogar freuen. Julian dagegen sieht das ganz anders. Seit seine Mutter nach ihrem neunten Leben immer merkwürdiger wurde und schließlich verschwand, begleitet ihn das Gefühl, dass mit diesem System etwas ganz und gar nicht stimmt.
Als auch für Julian der Wechsel in sein zweites Leben bevorsteht, bestätigt sich sein ungutes Gefühl schneller, als ihm lieb ist. Er beginnt, Zusammenhänge zu erkennen, die niemand sehen soll und stößt dabei auf eine Verschwörung, die alles infrage stellt, woran die Menschen seiner Welt glauben.
Was mir an der Geschichte besonders gefallen hat, war diese permanente Spannung. Schon früh merkt man, dass irgendetwas nicht stimmt, ohne genau sagen zu können, was dahintersteckt. Dadurch wollte ich immer weiterlesen und wissen, wohin sich alles entwickelt. Die Geschichte schafft es, ständig neue Fragen aufzuwerfen und einen regelrecht an die Seiten zu fesseln.
Vor allem die Grundidee fand ich unglaublich spannend. Ich hatte bis dahin wirklich noch kein Buch gelesen, das ein ähnliches Konzept verfolgt. Gerade deshalb wirkte alles frisch und anders als viele andere Jugendbücher, die ich bis dahin kannte. Diese besondere Ausgangslage macht für mich einen großen Teil des Reizes aus.
Charaktere & Stil
Julian mochte ich als Hauptfigur sehr gern. Er nimmt nicht einfach alles hin, was ihm erzählt wird, sondern beginnt zu hinterfragen. Gerade diese Zweifel machen ihn für mich glaubwürdig und sorgen dafür, dass man seine Entscheidungen gut nachvollziehen kann. Während viele andere Figuren das bestehende System als selbstverständlich akzeptieren, traut Julian seinem Gefühl und genau dadurch kommt die Handlung überhaupt erst ins Rollen.
Der Schreibstil hat mir ebenfalls richtig gut gefallen. Das Buch ließ sich unglaublich flüssig lesen und ich bin wirklich schnell durch die Geschichte gekommen. Es gab für mich kaum Längen, weil ständig etwas passiert oder neue Informationen ans Licht kommen. Genau dadurch blieb die Spannung fast durchgehend erhalten.
Besonders gefallen hat mir auch, wie nach und nach immer mehr über diese Welt enthüllt wird. Statt sofort alle Antworten zu liefern, setzt die Geschichte Stück für Stück einzelne Puzzleteile zusammen. Das sorgt dafür, dass man ständig eigene Vermutungen aufstellt und wissen möchte, ob man richtig liegt. Ich liebe Bücher, die genau dieses Gefühl erzeugen.
Obwohl das Buch eher dem Jugendbuchbereich zugeordnet wird, hatte ich nie das Gefühl, dass die Geschichte zu einfach erzählt wird. Im Gegenteil: Die Autorin beziehungsweise der Autor schafft es, eine interessante Welt aufzubauen, ohne dabei kompliziert zu werden. Dadurch konnte ich mich komplett auf die Handlung konzentrieren.
Für mich war das genau die richtige Mischung aus einer originellen Idee, spannender Handlung und einem Schreibstil, der dafür sorgt, dass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte. Ich wurde wirklich komplett in den Bann gezogen und wollte unbedingt wissen, wie alles zusammenhängt.
Fazit
Neun: Neun Leben – und nur eine Chance, die Wahrheit zu finden hat mich auf ganzer Linie überzeugt. Die Idee hinter der Geschichte ist außergewöhnlich und hebt sich für mich deutlich von vielen anderen Jugendbüchern ab. Gerade weil ich zuvor noch nie etwas Vergleichbares gelesen hatte, konnte mich das Buch immer wieder überraschen.
Dazu kommt ein flüssiger Schreibstil und eine Spannung, die sich fast durch die komplette Geschichte zieht. Ich bin unglaublich schnell durch das Buch gekommen, weil ich einfach ständig wissen wollte, wie es weitergeht und welche Wahrheit hinter den neun Leben steckt.
Wer spannende Jugendbücher mit einer originellen Idee, dystopischen Elementen und vielen Geheimnissen mag, sollte sich dieses Buch auf jeden Fall einmal anschauen. Für mich war es ein echtes Highlight und eines der Bücher, das mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat.
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