Liebe findet uns – NatisWelt
Liebe findet uns

Liebe findet uns

3 min Lesezeit

Der Moment kurz nach dem Uniabschluss – eine letzte große Freiheitstour, ehe das Leben mit Arbeit und Verantwortung beginnt. Genau das spürt man bei diesem Buch: Heather und ihre zwei Freundinnen machen sich auf, Europa zu entdecken – und dabei begegnet Heather Jack. Ich war neugierig auf die Geschichte, weil mich der Gedanke reizte: Was passiert, wenn man plötzlich alles hinterfragt, was man bisher als sicher empfand? Eine Liebesgeschichte mit Reiseroute, mit Sehnsucht und Geheimnissen – das klang nach genau der richtigen Mischung.
 

Inhalt & Stimmung

Heather ist frisch mit der Uni fertig, gemeinsam mit Amy und Constance reist sie durch Europa, bevor das „richtige Leben“ startet. Auf dieser Reise lernt sie Jack kennen, der eine ganz andere Einstellung zum Leben hat: Während Heather geplant und strukturiert ist, lässt Jack sich von einem alten Reisetagebuch seines Großvaters leiten. Zusammen erleben sie wundervolle Momente, außergewöhnliche Orte, die Gassen alter Städte, kleine Zufälle, die sich anfühlen wie Fügung. Doch dann verschwindet Jack plötzlich – ohne Erklärungen. Heather ist verzweifelt, wütend und macht sich auf die Suche nach Antworten.
Die Stimmung des Buches ist melancholisch-romantisch: Es gibt Leichtigkeit, Entdeckungslust, aber auch überraschende Tiefe. Die Kulisse Europas – historische Städte, Reisefreiheit – erzeugt das Fernweh-Gefühl, zugleich schwebt ein Hauch von Vergänglichkeit mit: Der Sommer ist die letzte große Runde Freiheit, danach soll das strukturierte Leben folgen. Manche Szenen fühlten wie eine Einladung an: „Trau dich, etwas anderes zu entdecken.“ Gleichzeitig spürte ich aber auch die Schwere des Abschieds – von Unbeschwertheit, von Plänen, die anders laufen als gedacht.
 

Charaktere & Stil

Heather gefiel mir als Protagonistin gut: Sie ist ambitioniert, auf eine Art realistisch mit Blick auf ihren geplanten Einstieg ins Berufsleben und doch offen genug, sich auf etwas Unerwartetes einzulassen. Jack hingegen versprüht genau die Leichtigkeit, die Heather fehlt: Spontan, geheimnisvoll, mit einer Mission, die ihn antreibt – das Reisetagebuch des Großvaters. Diese Konstellation – Plan vs. Freiheit – erzeugt eine schöne Spannung.
Der Stil von Monninger ist flüssig und angenehm lesbar. Die Schauplätze sind gut beschrieben ohne in langatmige Touristenschilderung abzugleiten. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass manche Gespräche oder Gedankengänge von Heather etwas zu häufig waren – eine gewisse Wiederholung in ihrem Innenleben, die das Tempo an manchen Stellen etwas drosselte. Trotz dieser kleinen Längen: Die Emotionen kommen an, die Freundschaften zwischen den drei jungen Frauen sind spürbar, die Reise als gemeinsames Erlebnis wird glaubhaft dargestellt. Einzig bei Jack hätte ich mir gelegentlich gewünscht, noch tiefer in seine Gedanken einzutauchen – seine Zurückhaltung bleibt stellenweise geheimnisvoll, fast zu sehr.
 

Fazit

Für wen ist dieses Buch geeignet? Wer Lust hat auf eine romantische Reise-Story, die nicht nur Liebe, sondern auch Freundschaft, Freiheit und Selbstfindung thematisiert – der wird hier auf seine Kosten kommen. Es ist nicht das literarische Werk mit tiefster philosophischer Tragweite, aber es erreicht genau das, was es verspricht: ein schönes Leseerlebnis mit Herz und Fernweh-Flair. Ich vergebe vier Sterne, weil mir das Gesamtpaket gefallen hat – die Idee, die Stimmung, die Figuren und weil es mich an mehrere Stellen berührt hat. Kein Buch, das mich komplett umgehauen hätte, aber eines, das ich gern weiterempfehle.

(っ◔◡◔)っ ♥ Bis bald, deine Nati ♥

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